Projekt Raubaum Thur 5 – 2019
Einbau von Raubäumen in der Restwasserstrecke der Thur 5 zur Aufwertung des Lebensraums.
Der Fischerverein Weinfelden hat im September 2019 zusammen mit Pro Natura Thurgau und dem Team vom Update Fitness Weinfelden einen Einbau von Raubäumen in der Restwasserstrecke des Reviers Thur 5 vorgenommen.
Ziel war es, den Lebensraum in diesem Abschnitt aufzuwerten, indem die Strömungsvielfalt erhöht und zusätzliche Schutz- und Schattenbereiche für verschiedene Wasserlebewesen geschaffen werden.
Dokumentation
Die Umsetzung des Projekts ist in einer Bildergalerie «Raubaum» festgehalten.
Ausgangslage
Im betroffenen Abschnitt verläuft die Thur in einem sehr eintönigen Längs- und Querprofil. Das bedeutet:
- wenig Strömungsvielfalt
- wenig Schutz für viele Tierarten
- kaum Beschattung – das Wasser erwärmt sich im Sommer bei wenig Abfluss schnell
- Wasserlebewesen finden wenig Versteckmöglichkeiten und sind Fressfeinden stärker ausgeliefert
Ziele des Projekts
- Erhöhung der Strömungsvielfalt.
- Mehr Verstecke und Unterstände für Tiere.
- Mehr Schutz bei Hochwasser.
- Mehr Nahrung und Lebensraum für Wasserinsekten.
- Mehr Schattenplätze im Wasser.
Der Einbau der Raubäume
Der Einbau der Raubäume fand am Samstag, 21. September 2019 statt. Die Bäume wurden auf Höhe Tannenhof (Bussnang) in die Thur eingebracht und befestigt:
- 14 Raubäume wurden mit Armierungseisen im Untergrund verankert.
- 3 weitere Raubäume wurden mit Seilen am Ufer befestigt.
Unterstützt wurde der Fischerverein durch das Team von Update Fitness Weinfelden und Pro Natura Thurgau, welche das Projekt auch finanziell mittrug. Werkzeuge wurden u. a. von der Stutz AG und Andreas Guhl zur Verfügung gestellt.
Das Projekt war nur dank der sehr guten Zusammenarbeit mit Kanton, Gemeinde, Landbesitzern und Pächtern möglich. Auch die Lieferanten von Bäumen und Armierungseisen unterstützten das Vorhaben.
Das Projekt an der Thur im Thurgau stellt Pionierarbeit dar und soll Aufschluss über Wirksamkeit, Dauerhaftigkeit und Kosten solcher Projekte geben. Es ergänzt kantonale Projekte und bietet gerade dort einen Mehrwert, wo eine umfassende Renaturierung aus Kostengründen schwer umzusetzen ist.
Erste Beobachtungen & Fazit
Bereits am Tag des Einbaus konnte beobachtet werden, wie sich kleine Fische rund um die eingebrachten Bäume sammelten und die neuen Strukturen als Versteck und Aufenthaltsort nutzten.
Das Projekt zeigt, dass mit gezieltem Einsatz von Holzstrukturen auch in kanalisierten oder monotonen Flussabschnitten relativ einfach ein ökologischer Mehrwert geschaffen werden kann.
Michael Guhl
Organisator des Projekts